Jagdfotos 6


 Erfolgreiche Bodenjagd

Am 17. 11. 2004 erhielt ich diesen Bericht über eine ganz schwierige und zum Glück für den Hund - Hekla vom Tannenwichtl - gut ausgegangene Bauarbeit:

Sehr geehrte Frau Heinz,

als Anlage zwei Fotos von Hekla’s letzter Baujagd, die mir besonders zu Herzen ging und an Härte und Ausdauer bisher alle übertroffen hat. Erstmalig hatte ich Angst um das Leben meines Dackels, denn bis heute glaubte ich zu wissen, Hekla kann bei der Jagd im Kunstbau nichts passieren.

Am späten Vormittag machten wir beide eine Revierrunde um Straßendurchlässe und einen Kunstbau in Waldnähe zu kontrollieren. Der Kunstbau besteht aus einem 8 m langen Betonrohr von 30 cm Durchmesser welches in einen Kessel mündet. Der Bau wurde speziell für Dachse eingebaut, die allerdings die nahen Naturbaue bevorzugen und sich ganz selten im Kunstbau aufhalten. Marder und verwilderte Katzen bewohnen sehr gerne den Kessel.

Durch das eifrige Verhalten des Hundes merkte ich schon beim Anmarsch, dass der Bau befahren ist. Da ich bei der Röhreneinfahrt und in der näheren Umgebung keine Veränderungen des Bodens feststellte, die einen Dachs
bestätigen würden, durfte Hekla „nachschauen“ . Ich stellte mich auf Schrotschussdistanz auf und hörte bald intensiven Vorliegelaut und heftiges Brummen und Schlagen. Da ich Heklas Jagdverhalten kannte glaubte ich, sie in maximal einer Stunde wieder zu haben. Da die Röhre nicht lang war, versuchte ich nach einer Stunde ihr zu pfeifen und sie zu rufen um sie heraus zu bekommen – alles vergebens. Jedes Mal wenn ich sie gerufen habe, griff Hekla sofort den Dachs an. Danach war jedes Mal ein Winseln und ein Klagen des Hundes lange hörbar – darauf Totenstille und leises röcheln. Zwei Stunden sind schon vergangen – Hekla ist immer noch im Bau und gibt giftig Laut. Da sie nicht heraus kam, musste ich ihr jetzt helfen und holte eilends Grabwerkzeug und begann sofort am Kessel zu graben. Je näher ich zum Kessel kam, desto heftiger wurden wieder Hekla’s Angriffe. Kurz bevor ich den Kessel öffnete, überstellte sich Dachs und Hund in die Betonröhre und ich konnte ihr wieder nicht helfen. Plötzlich längere Zeit kein Laut mehr, man hörte nur mehr leises schnaufen und blasen. Sofort leuchte ich vom Kessel aus kopfüber in die Röhre, sah jedoch weder Dachs noch Hund. Es verging eine weitere halbe Stunde ohne Laut, nur leises verstummendes schnaufen war hörbar. Ich konnte nicht helfen, hatte panische Angst und klopfte ständig mit dem Grabwerkzeug gegen das Betonrohr, alles nützte nichts. Quälende Gedanken gingen mir durch den Kopf, Schuldgefühle belasteten mich wie leichtsinnig ich meinen Hund geopfert habe. Immer wieder leuchtete ich mit der Taschenlampe in die Röhre bis ich auf einmal die dunkle Rute des Hundes
kreisend sah. Mit ganzer Kraft hielt Hekla den Dachs an der Kehle fest und versuchte ihn rückwärts aus der Röhre zu ziehen. Bald konnte ich die Hinterläufe des Hundes fassen und den Hund mit dem Dachs aus dem Bau ziehen. Nach dem Loslassen des Hundes fiel das Haupt des Dachses benommen zur Seite und ich konnte ihn leicht erlegen.
Der Dachsbär wog 14 kg. Hekla hatte arge Bissverletzungen an der Nase, an den Lefzen und an beiden Unterkiefern abgekriegt. Mich hat besonders der Mut, der Arbeitswille, und die enorme Ausdauer und Härte meiner Hündin beeindruckt. Hekla geht es heute ganz gut, sie frisst, hustet stark, und wirkt sehr niedergeschlagen und müde.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Fragner

Dieses Foto erhielt ich mit nachfolgendem Text der über eine frühere, gelungene Bauarbeit
von “Hekla vom Tannenwichtl” berichtet!
Als Anlage ein Foto der letzten Baujagd. Hekla konnte aus einem ca. 200 Meter langen Kanal beide Füchse sprengen und brackierte sie mir mit Spurlaut zu, da ich alleine gewesen bin, und daher am westlichen Ende des Kanals sich kein Jäger befand. Der Rüde mit über 8 kg wurde von mir mit einem gezielten Schrotschuß erlegt, der zweite Fuchs, eine Fähe mit 6 kg, wurde von mir schwer angeschossen, und schliefte in einen sich in der Nähe befindlichen Dachsbau sichtbar ein. Hekla wurde von mir am Bau angesetzt, und konnte erfolgreich nach ca. 20 Minuten den bereits angeschossenen zweiten Fuchs sprengen. Eine Meisterleistung von Hekla. Seit Dezember 2001 sprengte mir mein Dackel vier Füchse.

Ich freue mich natürlich sehr über solche Berichte, zeigt es doch, dass die von mir gezüchteten Hunde sich in der Praxis bestens bewähren.
Herrn Fragner, der Besitzer der Hündin wünsche ich noch viele solche Jagderlebnisse und mir noch einige solcher Berichte mit Fotos!

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